Mittwoch, 15. September 2021 | 12:40 - 13:00

Halle 1: Innovation Symposium

Programmpunkt

Point-of-Care Additive Manufacturing: Jetzt erst recht!

Medizinische Additive Fertigung direkt im Spital (Point-of-Care) bringt die individuelle Therapie effizient zum Patienten und bietet zahlreiche neue Perspektiven für den digitalen Behandlungsprozess.

Additive Fertigungsverfahren entwickeln sich rasant im Bereich medizinischer Anwendungen. Seit geraumer Zeit nimmt besonders die Bedeutung in Point-of-Care Umgebungen wie Spitälern zu, wo additive Fertigungsverfahren vor allem durch die schnelle, kostengünstige und einzigartige Art der Produktion komplexer Geometrien überzeugen. Basierend auf der patientenspezifischen, dreidimensionalen Bildgebung sind heute computergestützte Operationsplanungen mit Hilfe von additiv gefertigten anatomischen Modellen an der Tagesordnung. 

Darüberhinaus ermöglicht die Technologie eine einfache Herstellung von patientenspezifischen Schablonen für den chirurgischen Einsatz, welche direkt am Point-of-Care hergestellt werden können. Die computergestützte Operationsplanung und die schablonengeführte Chirurgie weisen bei richtiger Anwendung Vorteile in Form von Genauigkeit und Effizienz gegenüber konventionellen chirurgischen Methoden auf.

Der nächste Schritt ist das direkte Herstellen von patientenspezifischen Implantaten mittels additiven Verfahren am «Point of Care», um zeitlich und räumlich nahe am Ort des Geschehens zu sein. Somit können optimal angepasste Implantate effizient geplant und hergestellt werden. Dabei kommen verschiedene Technologien und Materialien in Frage. Beispielsweise kann durch spezifische FDM-Drucker das Hochleistungsthermoplast PEEK zur Anwendung kommen, welches hervorragende Biokompatibilität, Röntgendurchlässigkeit, Chemikalienresistenz und eine Beständigkeit gegen die gängigen Sterilisierungsmethoden mit sich bringt. Das Verfahren ist vergleichsweise schnell, sauber und einfach zu verstehen, was ideale Voraussetzungen für den Einsatz am Point-of-Care sind. Aber auch eine Implementierung von komplexeren Prozessen wie selektives Laserschmelzen sind möglich.

Die FHNW und das Universitätsspital Basel arbeiten an der Implementierung und Anwendung der additiven Fertigung am Point-of-Care seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. In diesem Vortrag gibt es einen Einblick in das Potential der additiven Fertigung am Point-of-Care auf Basis von konkreten klinischen Fällen.

 

Kurz CV Daniel Seiler

M.Eng. Daniel Seiler leitet seit 2018 die Gruppe Medical Additive Manufacturing (MAM) am Institut für Medizintechnik und Medizininformatik (IM2). Im Anschluss an seine Berufsausbildung zum Maschinenmechaniker absolvierte er sein Bachelor-Diplom Maschinenbau an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit Schwerpunkt Kunststofftechnik. 2003 trat er als Entwicklungsingenieur bei Kurath Engineering ein, wo er in die Medizin einstieg und Implantate und chirurgische Instrumente entwickelte. 2006 übernahm er die Funktion als Head of Innovation bei Helveting, wo er interdisziplinäre Innovationsprojekte in der Medizintechnik leitete. Nach seinem Masterabschluss im Jahr 2012 im Bereich Mechatronik arbeitete er als Berater entlang der gesamten Prozesskette, um Medizinprodukte auf den Markt zu bringen.

 

Kurz CV Florian M. Thieringer

Florian M. Thieringer ist Kaderarzt und Privatdozent für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital Basel (USB). Er leitet die internationale Forschungsgruppe Medical Additive Manufacturing (Swiss MAM) am Departement of Biomedical Engineering (UNIBAS DBE) der Universität Basel. Er ist ein international anerkannter Experte für computerassistierte Chirurgie und medizinische additive Fertigung durch die Integration von virtueller Operationsplanung, 3D-Druck und anderen innovativen Technologien am Point-of-Care. Seit 2016 ist Florian Thieringer Co-Direktor des multidisziplinären 3D-Drucklabors am Universitätsspital Basel. Seit 2020 ist er Co-Principal Investigator des innovativen MIRACLE 2-Projekts und führt dort die Smart-Implants-Gruppe. Er ist Mitantragsteller und seit 2021 im Leitungsgremium des USB-Flagshipprojektes "Innovations-Focus Regenerative Chirurgie".

 

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